Thailand Reisebericht: Sieben Wochen im Paradies
Staffel 1: Der wilde Osten (Episode 4 von 4)
Bangkok – Abschied vom Paradies
Hinter den Kulissen: Die 10-Minuten-Falle
Wer Yumi zum Grooming bringt, kalkuliert nicht nur die Zeit, sondern den Schattenverlauf und die Bodenhitze. Hinter dem klimatisierten Kimpton wartet der „Realitäts-Check“: Der Weg zum Friseur ist ein Slalom aus Garküchen und Tuk-Tuks. Reisedesign bedeutet: Den kühlen Korridor finden, bevor der Hund (oder der Fotograf) streikt.
— Michael Otto, Reisedesigner, Plan & Go

Was bisher geschah: Vierzig Tage auf Koh Chang – drei Hotels, Yumis „Pfotenunfall“, Affen als Diebe, die wilden Riesenhunde, Street Food bei den Pa’s, ein Kochkurs zum Selberkochen, Dschungel-Abenteuer, und ein Hotel mit Yumi-TV. Dann brachte uns die Fähre zurück aufs Festland. Sechs Stunden Fahrt mit unserem Chauffeur. Jetzt sind wir wieder in Bangkok. Für vier letzte Tage. Bevor wir nach Hause fliegen.
Kimpton Maa Lai – Wenn ein Hotel dich beim Namen kennt
Die Fahrt von der Fähre nach Bangkok dauert sechs Stunden. Yumi schläft die ganze Zeit. Erschöpft von vierzig Tagen Strand, Sonne, und einem Leben, das sich angefühlt hat wie ein anderes.

Ich schaue aus dem Fenster. Die Landschaft zieht vorbei. Reisfelder, kleine Tempel am Straßenrand, Tankstellen mit 7-Elevens. Dann, langsam, die Vororte Bangkoks. Mehr Verkehr. Mehr Lärm. Mehr Stadt.
Wir sind zurück.
Unser Hotel für die letzten vier Tage: Kimpton Maa Lai.
Ich hatte es gebucht, weil es als hundefreundlich gilt. Aber was uns erwartet, übertrifft alle Erwartungen.
An der Rezeption: Ein Lächeln. Dann der Blick nach unten, zu Yumi.

„Welcome! And this must be Yumi!“
Ich stutze. Woher kennen sie ihren Namen?
„From the booking. You mentioned her.“

Stimmt. Hatte ich. Aber dass sie sich daran erinnern – das ist Bangkok. Das ist Thailand. Die Aufmerksamkeit für Details, die anderswo längst verloren gegangen ist.
Auf dem Zimmer wartet ein Willkommensgeschenk für Yumi: Ein Spielzeug, Leckerlis, und eine personalisierte Karte. „Dear Yumi, welcome to Kimpton Maa Lai. We hope you enjoy your stay.“
Yumi ignoriert alles. Geht direkt zum Bett. Springt hoch. Rollt sich zusammen. Schläft.
Sie hat genug Abenteuer für heute.
Und ehrlich? Wir auch.
Die Stille nach dem Paradies
Der erste Tag im Kimpton ist… seltsam.

Nach sechs Wochen Koh Chang – dem Rauschen der Wellen, dem Geruch von Salz und gegrilltem Fisch, den Abenden bei den Pa’s – ist Bangkok plötzlich überwältigend. Zu laut. Zu schnell. Zu voll.

Wir bleiben den halben Tag im Hotel. Yumi döst. Ich liege auf dem Bett und starre an die Decke. Meine Frau sortiert Fotos auf ihrem Handy.
„Wir haben über tausend Bilder,“ sagt sie.
„Und mindestens dreihundert davon sind von Yumi.“
„Dreihundertfünfzig.“
Es ist diese Art von Nachmittag, an dem man merkt: Die Reise ist eigentlich schon vorbei. Der Körper ist noch hier, aber der Kopf ist schon beim Packen. Beim Flug. Bei der Wohnung in Berlin, die seit sieben Wochen leer steht.
Aber dann, gegen Abend, raffen wir uns auf. Weil Bangkok es verdient hat. Weil wir noch vier Tage haben. Und weil Yumi irgendwann aufwacht, sich streckt, und uns anschaut, als würde sie sagen:
Habt ihr etwa meinen Termin vergessen? Nein , haben wir nicht. Yumi geht heute noch zum Friseur.
Wellness & Warane: Der Nachmittag bei Tonson
Denn heute steht für Yumi noch ein Friseur Termin auf dem Plan. Tonson Grooming liegt keine zehn Minuten zu Fuß vom Kimpton entfernt – ein Katzensprung für Zwergpudel-Pfoten. Während Yumi dort ihren thailändischen „Fresh-up“ bekommt, ziehen wir uns ins Café direkt nebenan zurück.


Es ist einer dieser Orte, die Bangkok so einzigartig machen: Innen herrscht kühles, exquisites Design mit üppigen Orchideen und massiven Tonkrügen. Aber der eigentliche Star spielt sich draußen ab.
Das Café liegt direkt an einem der vielen Kanäle, und dort patrouillieren sie: Warane. Riesige, prähistorisch wirkende Echsen, die lautlos durch das dunkle Wasser gleiten, während wir unseren Espresso trinken. Es ist der ultimative Kontrast – drinnen wird ein fünf Kilo schwerer Pudel für das Berliner Parkett schick gemacht, und draußen ziehen zwei Meter lange Drachen ihre Bahnen. Bangkok in einer Nussschale.

IconSiam und MBK Center – Klimaanlage als Kulturerlebnis
An einem der letzten Nachmittage tun wir, was alle Bangkok-Besucher irgendwann tun: Shopping Malls.

Nicht weil wir etwas brauchen. Sondern weil es 37 Grad sind, die Luftfeuchtigkeit bei gefühlten 200% liegt, und die Klimaanlage einer Mall in Bangkok ein eigenes Kulturerlebnis ist.

IconSiam – riesig, modern, mit einem Food Court, der besser ist als die meisten Restaurants in Deutschland. Wir essen, staunen, und lassen uns treiben. Yumi bleibt im Hotel. Malls sind nichts für fünf Kilo Zwergpudel.
MBK Center – das Gegenteil. Chaotisch, eng, laut. Tausende kleine Stände auf mehreren Etagen. Handyhüllen, gefälschte Uhren, T-Shirts, Elektronik. Ein Basar unter Neonlicht. Meine Frau liebt es. Ich überlebe es.
Aber auch das ist Bangkok. Die Stadt der Kontraste. Fünf-Sterne-Hotels neben Garküchen. Goldene Tempel neben Betonklötzen. Infinity Pools neben offenen Kanälen.
Und irgendwie funktioniert alles.
Kanäle – Yumi im Wind, ein letztes Mal
Am vorletzten Tag machen wir noch einmal eine Longtail-Boot-Tour durch die Khlongs.
Nein – Moment. Die hatten wir schon auf dem Hinweg gemacht. Aber als wir am Sathorn Pier stehen und die Boote sehen, schaut Yumi mich an mit diesem Blick, den nur Hundebesitzer kennen.

Das da. Ich will da drauf.
Also gut. Noch einmal.
Diesmal ohne große Pläne. Einfach nur fahren. Schauen. Erinnern.
Yumi steht auf meinem Schoß, Schnauze im Wind, Ohren flatternd.
Links: Die alten Holzhäuser auf Stelzen. Rechts: Die modernen Hochhäuser aus Glas.

Alles wie beim ersten Mal. Und doch anders. Weil wir wissen: Es ist das letzte Mal. Für diesen Winter.
Der Bootsführer macht wieder Fotos von Yumi.
„She very happy dog,“ sagt er.
Ja. Das ist sie.
Und wir auch.
Das Zollamt – Yumis offizielle Ausreise
Zwei Tage vor dem Flug: das Zollamt.
Denn Yumi muss nicht nur offiziell eingeführt werden – sie muss auch offiziell ausgeführt werden. Und das passiert nicht direkt im Flughafen und auch nicht am Tag des Abflugs. Nein, Yumi muss schon 2-3 Tage vorher zum Zollamt, in die Free Zone Area des Suvarnabhumi Airrpot, im Customs Export Building

Jedes Mal. Bei jeder Reise.
Es ist Bürokratie. Formulare, Stempel, Wartezeiten. Aber es muss sein. Und beim ersten Mal braucht es etwas Geduld.
Ich stehe im Zollamt, Yumi an der Leine, und warte. Ein Beamter schaut auf die Papiere, dann auf Yumi, dann wieder auf die Papiere.
Stempel. Fertig.
Yumi ist offiziell zur Ausreise freigegeben. Zollgut. Zum zweiten Mal.
💡 Tipp: Die Ausfuhr des Hundes muss 1-2 Tage vor dem Flug beim Zollamt in Bangkok erledigt werden – nicht am Flughafen! Plant diesen Termin in eure letzten Bangkok-Tage ein. Der Ablauf ist unkompliziert, dauert aber seine Zeit.
Der letzte Tag – Und die Nacht danach
Am Tag der Abreise stehen wir nicht früh auf und hetzen zum Flughafen. Denn der Flug geht erst um 23 Uhr.

Das Late Checkout ist spätestens um 12 Uhr. Aber ich habe uns den Luxus gegönnt, die letzte Nacht im Hotel zu buchen – eine Nacht, die wir nicht wahrnehmen werden. Dafür können wir bis zur Abholung durch den Chauffeur gegen 19:30 Uhr jederzeit zurück ins Zimmer. Duschen, umziehen, ausruhen. Yumi auf dem Bett dösen lassen.

Das bedeutet: Wir haben noch einen ganzen letzten Tag in Bangkok.
Und was macht man mit einem letzten Tag?
Wir machen eine entspannte Bootsfahrt auf dem Chao Phraya. Kein Ziel. Keine Route. Einfach einsteigen, fahren, schauen. Die Stadt vom Wasser aus sehen, ein letztes Mal. Die Tempel, die Pfahlhäuser, die Hochhäuser. Bangkok vom Fluss.

Zurück im Hotel. Duschen. Umziehen. Die Koffer stehen gepackt an der Tür.
Um 19:30 Uhr steht der Chauffeur vor dem Hotel.
Die Fahrt zum Flughafen. Suvarnabhumi. Das Terminal. Die Lichter.
Yumi in die Transporttasche. Unter den Sitz. Sie schaut mich an.
Wir fliegen wieder, oder?
Ja. Wir fliegen wieder.
Der Nachtflug. Elf Stunden Dunkelheit. Yumi schläft. Wir auch, so gut es geht.
Wien, dann Berlin

Yumi zittert leicht, als wir aus dem Flughafen treten. Nicht vor Kälte. Vor Überforderung. Sie war sieben Wochen in 35 Grad Hitze. Jetzt: 5 Grad.
Ich nehme sie auf den Arm. „Fast geschafft.“
Wien. Morgens. Umsteigen. Die Luft ist kalt. Grau. Es riecht nach Winter.
Der letzte Flug nach Berlin. Dann nach Hause.
Zuhause – Und die Stille danach

Als wir die Wohnungstür öffnen, riecht es nach… nichts.
Keine Hitze. Kein Meer. Keine Gewürze. Keine Pa’s, die Som Tam machen. Keine Affen, die Wasserflaschen klauen. Keine Hofhunde, die bellen.
Nur Stille.
Yumi läuft durch die Wohnung. Schnüffelt. Legt sich dann auf ihr altes Kissen und schläft.
Meine Frau und ich stehen im Wohnzimmer. Schauen uns an.
„Das war schön,“ sagt sie leise.
Ja. Das war es.
Epilog: Drei Tage später
Drei Tage nach unserer Rückkehr gehe ich mit Yumi in den Park. Der Berliner Park. Grau, kalt, matschig.
Yumi rennt trotzdem. Schnüffelt. Gräbt.
Ein anderer Hundebesitzer kommt vorbei.
„War sie im Urlaub? Sie sieht so… entspannt aus.“
Ich lächle. „Ja. In Thailand.“
„Mit Hund? Wie war das?“
Ich überlege. Wie fasst man sieben Wochen in einem Satz zusammen?
„Es war… perfekt. Und anstrengend. Und wunderschön. Und kompliziert. Und einfach.“
Er lacht. „Klingt nach Urlaub.“
Ja. So klingt Urlaub.
Abends liegt Yumi auf dem Sofa. Ich sitze daneben. Streichle ihren Kopf.
„Du vermisst es, oder?“
Sie schaut mich an. Legt den Kopf auf meine Hand.
Ja. Aber ich bin auch froh, wieder hier zu sein.
Ich nicke.
„Wir kommen wieder. Irgendwann.“
Sie seufzt. Schließt die Augen.
Und ich denke:
Thailand hat uns verändert. Nicht dramatisch. Aber spürbar. Wir haben gelernt, langsamer zu leben. Genauer hinzuschauen. Die kleinen Dinge zu schätzen. Die Pa’s. Die Sonnenaufgänge. Die Plastikstühle am Straßenrand.
Und dass ein kleiner apricotfarbener Pudel überall auf der Welt zuhause sein kann – solange ihre Menschen bei ihr sind.
Khop khun krap, Thailand.
Danke. Für alles.
„Wie geht es weiter? In der nächsten Staffel starten wir mit einem Sprung aus der Megacity. Wir lassen den Luxus des Kimpton und das prähistorische Treiben an den Kanälen hinter uns. In der nächsten Staffel ziehen wir die Reißleine zum urbanen Chaos. Es geht in die Weite, dorthin, wo der Puls langsamer schlägt und die Perspektive sich wieder weitet. Freut euch auf den Kontrast: Von der klimatisierten Glasfassade direkt hinein in das satte Grün, das wir am Anfang der Reise nur gestreift haben. Die erste Etappe der zweiten Staffel bricht an – und Yumi hat noch ein paar Rechnungen mit der Natur offen.…. Bleib dran.“
Wer mit seinem Hund ähnliche Erfahrungen machen möchte:
Alle Informationen zu individuell geplanten Reisen mit Hund finden Sie hier.
Jetzt auch auf Spotify und anderen Plattformen als Podcast für auf die Ohren.
→ Staffel 2: Der royale Süden – coming soon…
„Plan & Go Reisedesign“ FAQs
Was unterscheidet „Plan & Go Reisedesign“ von einem klassischen Reisebüro?
Wir sind keine Buchungsmaschine. Michael Otto nutzt über 20 Jahre Erfahrung als Location-Scout und Motiv-Aufnahmeleiter, um Reiseziele nach Atmosphäre, Licht und Authentizität zu kuratieren. Wir designen individuelle Erlebnisse abseits der Katalogware – basierend auf echter Feldarbeit vor Ort.
Warum ist die Expertise eines Location-Scouts für meine Reiseplanung wertvoll?
Weil ein Scout nicht nach Postkartenmotiven sucht, sondern nach der Wahrheit eines Ortes. Nach 20 Jahren in der Filmproduktion – von Kino-Produktionen bis zu Event-Movies – weiß ich: Ein guter Ort muss funktionieren, nicht nur gut aussehen. Ich plane Reisen mit der gleichen Präzision, mit der ich ein Film-Set logistisch vorbereite., ohne den Zauber des Entdeckens zu verlieren.
Bietet „Plan & Go Reisedesign“ auch spezialisierte Reiseplanung für Reisende mit Hund an?
Ja. Durch die eigene Reiseerfahrung mit Hunden kennen wir die logistischen Hürden. Wir planen Routen und wählen Unterkünfte aus, die für Hunde und ihre Besitzer wirklich funktionieren – stressfrei und auf Augenhöhe.
Wie sicher ist die Reiseplanung mit „Plan & Go Reisedesign“?
Sicherheit und Integrität stehen an erster Stelle. Von der technischen Absicherung unserer Website bis hin zur persönlichen Betreuung und Auswahl der Partner vor Ort: Wir setzen auf Transparenz und Qualität, damit du dich voll auf das Erlebnis konzentrieren kannst.

